Perspektive in der Computergrafik Fortsetzung
Wie schwierig die Architekturperspektive ist, wissen alle, die mal versucht haben,
irgendein Gebäude zu fotografieren. So einfach zu knipsen ("der Fotoapparat mach das schon"), das
reicht nicht.
Die Qualität der Bilder hängt von vielen Faktoren ab, und die sollte man sorgfältig bestimmen.
Wie schaffen es die Profi-Fotografen, dass ihre Bilder perfekt wirken?
Zwei Verfahren sind praktikabel:
1. Sie fotografieren mit einem normalen Fotoapparat und achten darauf, dass die
beiden bereits erwähnte Aspekte erfüllt sind. Die halten also die Kamera in Augenhöhe, wobei die
Hauptachse des Objektivs genau waagerecht verläuft, um die stürzenden Kanten zu vermeiden. Auf dem Negativ
wird dadurch zu viel vom Vorplan erfasst. Das wird beim Abzug korrigiert durch die gekonnte Auswahl des Ausschnitts.
Diese Methode ist auch in der Computergrafik anwendbar. Nachteil: die Rechenzeit des Bildes verlängert sich.
Sie funktioniert nicht, wenn man eine Bildsequenz für eine Animation errechnen will.
2. Die zweite Methode ist professioneller: die Verwendung eines Shift-Objektivs. Dieses erlaubt die Lage des Horizontes auf dem Bild zu verschieben. Beim Fotografieren
kleinerer Objekte wie z.B. Möbel wird der Horizont nach oben verschoben, bei höheren Objekten wie z.B.
Gebäude nach unten.
Hier ist die berühmte professionelle LINHOF-Kamera erwähnenswert:
ideales Werkzeug zur Architekturfotografie und Fotogrametrie.

Shift-Objektiv-Prinzip
In der Computergrafik sieht es mit dieser Methode düster aus. Die meisten
Raytracing- und CAD-Programme bieten keine solche Option, die dem Shift-Objektiv-Prinzip entspricht, obwohl es
programmiertechnisch nicht kompliziert wäre.
Hier interessanter Link zum Thema
Perspektivische Bilder richtig betrachten
© Tadeusz E. Dorozinski
Stand: 12.05.2000